Lipödem

Boris Alexander Hörold

Facharzt für Allgemeinmedizin - Ernährungstherapie - naturkonforme Lipödemtherapie

Privatpraxis   -   Planckstr. 23   •   37073 Göttingen   •   Tel. 0551-3894148



Lipödem

Lipödem Stadium 1

Das Lipödem beginnt häufig während und nach der Pubertät. Man wundert sich, dass man mehr Cellulite hat als die Mitschülerinnen. Vielleicht treibt man sogar mehr Sport als die anderen und sieht trotzdem immer unförmiger und "schwabbeliger" an Po und Beinen aus. Es gibt Sportlerinnen, z.B. Tänzerinnen, die wirklich häufig trainieren und trotzdem nichts ausrichten können an ihrer

Figur - im Gegenteil: Durch den Sport wird die Diskrepanz zwischen "normalem" Oberkörper und unförmigem Unterkörper noch größer.

Vielleicht hat man seine Mutter vor Augen, die bereits unter Lipödem leidet und hat schon den einen oder anderen Artikel im Internet gelesen, in dem steht, dass man nichts machen kann - das Lipödem sei genetisch bedingt. Genetisch prädeterminiert sind jedoch nur 3-5 Prozent aller chronischen Erkrankungen. Lipödem zählt nicht dazu. Allerdings existieren andere Lipödem-begünstigende Faktoren, die von der Mutter während der Schwangerschaft weitergereicht werden. Darüber und wie diese Faktoren ausgeschaltet werden, erzähle ich in meinem Webinar. Die Genetik wird von Medizinern meistens dann bemüht, wenn es keine erkennbaren Ursachen für die Entstehung einer Krankheit gibt und Eltern und/oder Großeltern dasselbe gesundheitliche Problem hatten oder haben.

Leider dauert es immer noch recht lange, bis die Diagnose gestellt wird. Da jedoch keine offiziell anerkannte, ursächliche Therapie existiert, sind die einzigen Konsequenzen manuelle Lymphdrainage, das Tragen von Kompressionsstrümpfen und der frustrierende Kampf mit den Krankenkassen um eine Kostenerstattung für die sogenannte Liposuktion.

Die von mir angebotene Therapie ist kein entweder-oder, sondern ein sowohl-als-auch. Da bei einer Liposuktion lediglich das kranke Fettgewebe entfernt wird, also die Folge der Störung und nicht ihre Ursache, empfehle ich auch Frauen, die die Serie der Liposuktionen hinter sich haben, mein therapeutisches Konzept. Oder glauben Sie wirklich, dass eine Hashimoto-Thyreoiditis, eine Arthrose, eine Schilddrüsen-Überfunktion oder Unterfunktion oder ein Diabetes mellitus durch eine Fettabsaugung verschwinden? Auch diese Begleiterkrankungen sind Ausdruck einer gemeinsamen Ursache!

Lipödem was ist das?

Das Lipödem ist nach offizieller Lehrmeinung eine anlagebedingte Vermehrung und Erkrankung des Fettgewebes an Po, Oberschenkeln und auch seltener auch an den Unterschenkeln und Armen. Nahezu ausschließlich findet man Lipödeme bei Frauen. Gelegentlich finden sich ziehende Schmerzen, oftmals grübchenartige Einziehungen. Immer sind die Knöchel und der Fußrücken von der Fettgewebsvermehrung ausgespart. Es findet sich ein scharfer Übergang vom Fettgewebsüberschuss der Unterschenkel zum schlanken Fuß. Was dem Lipödem zugrunde liegt ist nicht bekannt. Es wird vermehrt Fettgewebe im Bereich der unteren Körperhälfte angesammelt. Oft besteht eine Neigung zu Blutergüssen bei kleinsten Verletzungen. Ziehende bzw. drückende Schmerzen können ebenfalls auftreten. Berührungen werden als schmerzhaft erlebt.

Fettabsaugung bei Lipödem

Das konventionelle Vorgehen bei einem Lipödem sind nach offizieller Lehrmeinung Lymphdrainagen und Kompressionstherapien. Diese konservative Behandlung begünstigt den Lymphfluss und Schmerzen können dadurch bereits deutlich reduziert werden. Abgesehen davon, dass diese manuellen Lymphdraingen in regelmäßigen Abständen stattfinden müssen, stellt sich bezüglich der Fettmenge keine Verbesserung ein. Um langfristig beschwerdefrei zu sein und auch eine Fettreduktion zu erzielen, sollten sich nach offizieller Lehrmeinung Lipödem-Patientinnen und -Patienten einer Fettabsaugung unterziehen.

Lipödem, Beschwerden, schmerzhafte Beine, Therapie

Einerseits dürfte es Unkenntnis des Krankheitsbildes Lipödem sein, andererseits kann der Arzt mit der Diagnose Lipödem und der daraus abzuleitenden Therapiebedürftigkeit Patienten halten. Ein solches Vorgehen ist sowohl unfair gegenüber den Patienten als auch unkorrekt gegenüber den Krankenkassen, da durch die nicht indizierte Verordnung von manueller Lymphdrainage, Kompressionsbandagierungen und Kompressionsbestrumpfungen enorme finanzielle Mittel verschwendet werden.

Wenn man andererseits sieht, wie oft primäre und sekundäre Lymphödeme untertherapiert werden oder diesen sogar die physikalische Behandlung vorenthalten wird, wo gerade die Lymphödempatienten auf diese Therapie angewiesen sind, dann bekommt die Angelegenheit noch einen zusätzlichen bitteren Beigeschmack. In der heutigen Zeit der knappen Gelder mit der Einschränkung von therapeutischen Leistungen durch die Krankenkassen darf es nicht sein, dass nutzlose Therapien durchgeführt werden.

Es ist eine immer wieder beobachtete Tatsache, dass, wenn eine Therapie zu häufig verordnet und angewendet wird, irgendwann die Reaktion der Krankenkassen zu erwarten ist, diese Therapie dann radikal zu reduzieren. Und in dieser Situation leiden immer die am schwersten betroffenen Patienten, in diesem Fall die mit den Lymphödemen. Aus dem Spektrum der manuellen Lymphdrainage könnten ohne Bedenken die Lipohypertrophien und auch die Lipödeme mit Adipositas gestrichen werden, so dass dort Gelder eingespart werden könnten. Diese sollten statt dessen für die Behandlung von Lymphödempatienten reserviert werden, die schicksalshaft von ihrer Krankheit befallen sind und bei denen diese physikalische Ödemtherapie zur Verhinderung von Beschwerden und Komplikationen unbedingt erforderlich ist.

Erwähnenswert ist außerdem, dass bei 80% der Fälle von Lipohypertrophie und Lipödem eine zusätzliche Adipositas (Übergewicht) besteht. In diesen Fällen ist mit Nachdruck auf eine Gewichtsabnahme zu drängen, denn schon dadurch können die Verdickungen der Extremitäten und die Beschwerden beim Lipödem gebessert werden und somit die Anzahl der physikalischen Therapien beim Lipödem reduziert werden. Stationär in lymphologischen Rehakliniken sollten Lipödeme nur dann behandelt werden dürfen, wenn die Patienten vorher durch eine deutliche Gewichtsabnahme ihre Bereitschaft zur Mitarbeit bei dieser Therapie bewiesen haben und auch nach der Gewichtsabnahme weiterhin Lipödembeschwerden bestehen. Nimmt ein Lipödempatient mit Adipositas nach einer Rehamaßnahme nicht weiter ab, ist ihm eine erneute stationäre lymphologische Behandlung zu verwehren.

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