Lipödem

Boris Alexander Hörold

Facharzt für Allgemeinmedizin - Ernährungstherapie - naturkonforme Lipödemtherapie

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Große Enttäuschung: die Liposuktion bei Lipödem wird bis auf weiteres nicht von den gesetzlichen Krankenversicherungen erstattet.

23.07.2017

Wenn man sich allerdings auf den Standpunkt von Gerechtigkeit stellt: man kann bei keiner chronischen Erkrankung sagen, wie der Verlauf ist, ob Rezidive auftreten oder nicht, d. h. ob die Erkrankung zurückkommt oder nicht.

Wer allerdings die Fragestellungen betrachtet, die dem G-BA wichtig sind, könnte schon ungläubig den Kopf schütteln: natürlich verringern Liposuktionen die Beschwerden! Sowohl körperlich als auch psychisch! Und deshalb verbessert sich auch die Lebensqualität von Frauen mit Lipödem. Auf diese Fragen hätten schon längst passende Antworten gefunden werden können.

Hier scheint allerdings eher die Absicht des Aufschiebens einer Entscheidung wichtiger zu sein, als eine Kostenerstattung durchzusetzen. Die Krankenkassen hätten von einer verpflichtenden Kostenerstattung keinen Vorteil, denn sie müssten mehr Geld bezahlen. Die Operateure müssten aller Wahrscheinlichkeit nach Abstriche machen, denn bisher war es immer so, dass wenn eine Leistung, die bisher privat oder als Selbstzahlerleistung abgerechnet wurde, gesetzlich erstattungsfähig werden sollte, für weniger Honorar erbracht werden musste.

In Deutschland sind genügend Frauen mit einer Liposuktion behandelt worden. Man hätte diese Daten anhand von Verlaufsbeobachtungen (Kasuistiken) zusammentragen können. Aber wer hätte das bezahlt? Die allermeisten Studien werden in Deutschland von der Industrie finanziert. Diese verfolgt damit jedoch ein Interesse. Im Falle des Lipödems: welches Interesse sollte die Industrie am Lipödem haben? In der Regel existieren zunächst chemisch-synthetische Substanzen mit einer experimentellen Wirkung auf Zellen oder Organe, worauf hin die Hoffnung besteht, daraus ein Medikament für erkrankte Menschen zu produzieren, auch um damit Geld zu verdienen.

Die Fettzellen von Lipödem-Patientinnen weisen lediglich unspezifische Entzündungsphänomene auf und gegen Entzündung gibt es in der Apotheke nur die bereits bekannten Medikamente, mit deren Verschreibung man sich beim Lipödem schwer täte: bei einer Erkrankung, an der noch keine Frau gestorben ist, wegen der noch keine Frau als Notfall stationär eingewiesen wurde, die in der Bevölkerung und selbst bei etlichen Ärzten nicht als Erkrankung, sondern als Folge übermäßigen Essens und eines Mangels an sportlicher Betätigung verkannt wird. Eine Erkrankung, über deren Entstehungen Annahmen und Hypothesen verbreitet werden, wie die einer hormonellen Ursache, nur weil sie bevorzugt in der Pubertät, der Schwangerschaft und in den Wechseljahren auftritt oder schlechter wird. Dabei ist das so, als ob man das vermehrte Auftreten der Klapperstörche im Frühjahr ursächlich mit dem Anstieg der Geburtenrate im Frühjahr in Verbindung brächte - und Sie und ich wissen hoffentlich, dass die Kinder nicht vom Klapperstorch gebracht werden!

Wir leben in einer Zeit, in der Kostenentwicklung im Gesundheitswesen schon lange aus dem Ruder laufen und nicht mehr kontrollierbar ist: wir geben immer mehr Geld für immer weniger Gesundheit aus. Selbst im Bereich der privaten Kostenträger (private Krankenversicherungen und staatliche Beihilfen) ist diese Entwicklung schon lange zu spüren. Auch hier geht es nicht mehr um Ergebnisse, um das was funktioniert für die Beseitigung von chronischen Erkrankungen, sondern darum ob ein Kostenträger einsparen kann oder nicht.

Glauben Sie, dass so etwas möglich ist? Nehmen wir an ein privat Versicherter erkrankt an einem Dickdarmkrebs, erhält eine Chemotherapie, eine Operation und hat nach einem Jahr das Wiederauftreten (Rezidiv) zu beklagen. Daraufhin wieder eine Hochdosis-Chemotherapie. Nach einem Dreivierteljahr wieder ein Rezidiv. Mittlerweile ist man skeptisch, ob eine weitere Chemotherapie überhaupt noch helfen kann, zumal der Allgemeinzustand des Mannes sehr schlecht ist und eine Operation des Bauches gleich wieder beendet wurde, weil der Bauchraum voller Metastasen war. Diesem Mann wurden die Möglichkeit gesund zu werden, nicht mehr in Aussicht gestellt. Stellen Sie sich vor, dieser Patient würde durch eine alternativmedizinische Behandlung bestehend aus Ernährungstherapie, rationaler Naturstofftherapie mit Mikronährstoff-Infusionen innerhalb von fünf Monaten metastasenfrei (PET-CT-gesichert). Die private Krankenversicherung erstattet jedoch keine Laborkosten, keine Therapiekosten, lediglich die Gesprächsleistungen und die Blutentnahme des Arztes. Die offiziell anerkannte Behandlung inklusive Chemotherapie und Operationen wurden jedoch unkompliziert erstattet, obwohl sehr viel teurer. Sie glauben das ist ein Märchen? Das ist Realität mittlerweile. Es geht in Deutschland offensichtlich schon lange nicht mehr darum, dass Ergebnisse im Sinne von Gesundheit produziert werden, sondern WER sie erzeugt hat, WEM es nutzt und unter welchem Denkgebäude sie erzeugt wurden.

Wir müssen halt als Kranke die Sache selber in die Hand nehmen. Unsere Gesundheit, unsere Finanzen und unser seelisches Wohlbefinden. Ich sage immer „Ich-Kann-Nicht“ wohnt in derselben Straße wie „Ich-Will-Nicht“ - meistens sogar im selben Haus. Dies gilt auch für die Entscheidung des G-BA.

Wenn Sie jetzt erwartet haben, dass ich mich darüber freue, dass die Kostenerstattung durch gesetzliche Krankenversicherungen abgelehnt wurde, sind Sie vielleicht enttäuscht. Wenn ich eine Frau und an einem Lipödem erkrankt wäre, würde ich persönlich lediglich keine Liposuktion anstreben. Ich weiß jedoch, dass es genügend Frauen gibt, die von einer Fettabsaugung profitiert haben. Ich sehe zugegebenermaßen in meiner Sprechstunde nur die Frauen, die auch nach mehreren Eingriffen immer noch ein Nachwachsen von Fettgewebe zu beklagen haben. Wahrscheinlich gibt es jedoch eine große Gruppe von Frauen, für die ein solcher Eingriff ein Gewinn war.

Das von mir angebotene Therapiekonzept funktioniert für Frauen, für die eine Liposuktion nicht plausibel ist, die vollständig gesund werden wollen, also auch andere chronische Erkrankungen wie Depressionen, rheumatische Erkrankungen, Schilddrüsenunterfunktion, Diabetes mellitus und Gelenkentzündung/Arthrose ebenfalls in die Behandlung integriert haben wollen. Diese Frauen wollen ihre Gesundheit selbst in die Hand nehmen und benötigen lediglich eine Hilfestellung. Sie jammern nicht und klagen ständig, sie wollen etwas TUN um das Problem zu lösen.

Die Fettabsaugung ist damit nicht die einzige Therapieoption zur Behandlung des Lipödems! Auch mein therapeutisches Konzept ist nicht das einzige jenseits der Liposuktion, welches offensichtlich Erfolge bei der Behandlung des Lipödems vorzuweisen hat. Das Interesse von Kostenträgern und Ärzten ist für Außenseitermethoden jedoch leider gering. 

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